Eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die mit dem Alter entsteht. Sie ist die häufigste Ursache für Harnbeschwerden und kann heute wirksam behandelt werden.
Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist die gutartige Vergrößerung der Prostatadrüse mit zunehmendem Alter. Die Prostata ist eine Drüse, die die Harnröhre direkt unterhalb der Blase umschließt. Wenn sie sich vergrößert, drückt die Prostata auf die Harnröhre und erschwert den Harnfluss.
BPH ist sehr häufig: Sie liegt in gewissem Ausmaß bei etwa der Hälfte der Männer über 50 vor und bei der großen Mehrheit der über 80-Jährigen. „Benigne" bedeutet, dass es sich nicht um Krebs handelt; sie kann jedoch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und unbehandelt auch Blase und Nieren in Mitleidenschaft ziehen.
Ein wichtiger Punkt: BPH und Prostatakrebs sind unterschiedliche Erkrankungen. BPH entsteht im inneren Teil der Prostata (der Transitionalzone), während Krebs meist im äußeren Teil (der peripheren Zone) auftritt. Das eine geht nicht in das andere über, doch beide können gleichzeitig bestehen.
Die sich vergrößernde Prostata drückt auf die durch sie verlaufende Harnröhre und verengt den Harnfluss. Um gegen diesen Widerstand zu arbeiten, verdickt sich die Blasenwand mit der Zeit.
Als Symptome des unteren Harntrakts (LUTS) bekannt, beginnen diese Beschwerden schleichend und nehmen mit der Zeit zu.
Der Harnstrahl wird dünner, verliert an Kraft und kommt in unterbrochener, stockender Weise.
Ein- oder mehrmaliges Aufwachen aus dem Schlaf zum Wasserlassen (Nykturie) — eine der lästigsten Beschwerden.
Der Drang, auch tagsüber häufig und in kleinen Mengen Wasser zu lassen.
Ein plötzlicher, drängender Harndrang, der sich nur schwer aufschieben lässt.
Warten müssen, bis der Harnfluss beginnt, pressen müssen und Nachtröpfeln am Ende.
Das Gefühl, dass die Blase nicht vollständig entleert wurde; kurz darauf erneuter Toilettengang.
Die richtige Behandlung beginnt mit der richtigen Diagnose. Die Abklärung der BPH erfolgt mit einfachen und meist schmerzlosen Untersuchungen.
Die Schwere der Beschwerden wird mit dem IPSS-Fragebogen bewertet; ihre Auswirkung auf die Lebensqualität wird beurteilt.
Der PSA-Wert wird bestimmt, um Prostatakrebs auszuschließen und die Prostatagesundheit zu überwachen.
Die Harnflussrate wird gemessen; der nach dem Wasserlassen in der Blase verbliebene Harn (Restharn) wird per Ultraschall beurteilt.
Größe und Struktur der Prostata werden mit digitaler rektaler Untersuchung und Ultraschall untersucht.
Die häufigsten Fragen zum Krebsbezug, zum Behandlungszeitpunkt und zur Sexualfunktion.
Nein. BPH ist eine gutartige Vergrößerung und wird nicht zu Krebs. Es handelt sich um zwei eigenständige Erkrankungen, die in unterschiedlichen Regionen entstehen. Da jedoch beide in derselben Altersgruppe vorkommen können, wird bei der Abklärung mit PSA und Untersuchung auch auf Krebs geachtet.
Leichte Beschwerden erfordern möglicherweise keine dringende Behandlung; Beobachtung und Anpassungen des Lebensstils können ausreichen. Wenn die Beschwerden jedoch fortschreiten, das Wasserlassen schwerfällt oder Harnstau/Blut/Infektion vorliegen, ist eine Abklärung wichtig.
Medikamente kontrollieren die Beschwerden, beseitigen die Prostatavergrößerung aber nicht dauerhaft; nach dem Absetzen kehren die Beschwerden zurück. Für Patienten, die eine dauerhafte Lösung wünschen oder von Medikamenten nicht ausreichend profitieren, treten chirurgische Verfahren wie HoLEP in den Vordergrund.
Das hängt von der Methode ab. Rezum erhält die Sexualfunktion weitgehend. HoLEP beeinträchtigt die Erektion nicht, führt aber oft zur retrograden Ejakulation (Rückfluss des Samens in die Blase). Diese Themen werden immer vor der Behandlung besprochen.
Eine fortschreitende BPH kann zu wiederkehrenden Harnwegsinfekten, Blasensteinen, plötzlichem Harnverhalt und mit der Zeit zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen. Deshalb ist es wichtig, die Beschwerden im Auge zu behalten.
Mit einfachen Untersuchungen können wir die Ursache Ihrer Beschwerden klären. Eine frühe Abklärung bedeutet sowohl eine einfachere Behandlung als auch Sicherheit. Für ein Vorgespräch können Sie uns über WhatsApp erreichen.