Das Einnässen während des Nachtschlafs bei Kindern — medizinisch Enuresis — ist bis zu einem bestimmten Alter recht häufig und oft normal. Setzt es sich nach einem bestimmten Alter fort, ist es ein Zustand, der abgeklärt werden sollte. Die wichtigste Botschaft: Das ist keine „Faulheit" oder „Sturheit" des Kindes; Schuldzuweisungen schaden mehr, als sie nützen.
Wann gilt es als „Problem"?
In jungen Jahren ist die nächtliche Harnkontrolle noch nicht vollständig entwickelt; Bettnässen ist in dieser Phase normal. Regelmäßiges nächtliches Einnässen, das sich nach einem bestimmten Alter (Schulalter) fortsetzt, sollte abgeklärt werden. Wenn tagsüber Urinverlust, Brennen oder häufiges Wasserlassen hinzukommen, hat die Abklärung Vorrang.
Warum tritt es auf?
- Entwicklungsreifung: Die nächtliche Harnkontrolle ist noch nicht ausgereift (die häufigste Ursache).
- Übermäßige nächtliche Urinproduktion: Unzureichende Ausschüttung des Hormons, das den Urin nachts konzentriert.
- Blasenkapazität und überaktive Blase
- Tiefschlaf: Nicht aufwachen zu können, wenn sich die Blase füllt.
- Genetik: Eine ähnliche Vorgeschichte in der Familie ist häufig.
- Seltener Verstopfung, Harnwegsinfekt oder andere Ursachen.
Enuresis bessert sich bei den meisten Kindern mit der Zeit und dem richtigen Ansatz. Ziel ist es, den Prozess zu unterstützen und dabei das Selbstvertrauen des Kindes zu schützen.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Eine Abklärung ist hilfreich, wenn nächtliches Einnässen im Schulalter anhält, das Einnässen nach einer trockenen Phase erneut beginnt, tagsüber Urinverlust auftritt, es beim Wasserlassen brennt oder eine begleitende Verstopfung vorliegt.
Behandlung und Ansatz
- Aufklärung und Unterstützung: Den Prozess gemeinsam bewältigen, ohne dem Kind Schuld zuzuweisen.
- Verhaltensmaßnahmen: Flüssigkeitsmanagement am Abend, eine Toilettengewohnheit vor dem Schlafengehen, Verstopfung beheben.
- Enuresis-Alarm: Eine hochwirksame Methode, die das Einnässen erkennt und das Kind weckt.
- Medikamente: Bei ausgewählten Kindern auf ärztlichen Rat Medikamente, die die nächtliche Urinproduktion verringern oder auf die Blase abzielen.
Die Behandlung wird nach dem Kind geplant; oft liefert ein stufenweiser Ansatz das beste Ergebnis.