Bei der Behandlung der Prostatavergrößerung (BPH) gibt es nicht mehr die eine „beste Methode"; die richtige Methode ändert sich je nach dem richtigen Patienten. HoLEP und Rezum sind die beiden aktuellsten Optionen in diesem Bereich. In diesem Artikel stellen wir sie nebeneinander und erklären in verständlicher Sprache, welche zu wem passen könnte.
Kurz gefasst: Was sind die beiden Methoden?
HoLEP (Holmium-Laser-Enukleation) ist eine Operation, bei der das vergrößerte Prostatagewebe mit dem Holmium-Laser als Ganzes aus seiner Kapsel entfernt wird. Sie hat eine der offenen Operation gleichwertige Wirksamkeit, wird aber mit einer endoskopischen — also minimalinvasiven — Methode durchgeführt. Sie gilt als Goldstandard bei Prostatae jeder Größe, besonders bei großen.
Rezum (Wasserdampftherapie) beruht darauf, das vergrößerte Gewebe mit 103 °C heißem Wasserdampf, der in das Prostatagewebe abgegeben wird, allmählich zu verkleinern. Es ist eine minimalinvasive Methode, die ambulant unter örtlicher Betäubung angewendet werden kann und die Sexualfunktion weitgehend erhält.
Wichtige Unterschiede
Prostatagröße
Rezum ist ideal bei kleinen und mittelgroßen Prostatae (etwa 30–80 ml). HoLEP hingegen kennt keine Größenbeschränkung; es ist auch bei großen oder sehr großen Prostatae über 80 ml wirksam. Wenn Ihre Prostata groß ist, neigt die Wahl oft zu HoLEP.
Anästhesie und Ablauf
Rezum kann ambulant mit örtlicher Betäubung angewendet werden; der Eingriff ist kurz. HoLEP erfordert eine Allgemein- oder Spinalanästhesie und umfasst meist einen Krankenhausaufenthalt von einer Nacht.
Sexualfunktion
Das ist für viele Patienten ein entscheidendes Thema. Rezum hat den Vorteil, die Sexualfunktion und die Ejakulation weitgehend zu erhalten. HoLEP beeinträchtigt die Erektion nicht; jedoch entwickelt sich bei einem erheblichen Teil der Patienten eine „retrograde Ejakulation" — der Samen fließt in die Blase zurück statt nach außen. Das mindert das sexuelle Vergnügen nicht, sollte aber für diejenigen, die sich Kinder wünschen, im Voraus besprochen werden.
Haltbarkeit
Da HoLEP das Gewebe als Ganzes entfernt, ist seine Haltbarkeit sehr hoch; der Bedarf an einer Wiederholungsbehandlung liegt unter 1 %. Auch die Wirkung von Rezum ist dauerhaft, doch mit der Zeit kann ein kleiner Teil der Patienten eine zusätzliche Behandlung benötigen.
Erholung
Nach Rezum kehrt der Patient meist noch am selben Tag nach Hause zurück; die volle Wirkung stellt sich innerhalb einiger Wochen ein. Bei HoLEP wird der Katheter innerhalb von 24–48 Stunden entfernt, und die Rückkehr zur Arbeit erfolgt nach etwa einer Woche.
Kurz gesagt: Rezum ist ein „erhalten und verkleinern"-Ansatz, HoLEP ein „vollständig entfernen"-Ansatz. Beide sind erprobte, sichere Methoden.
Wer eignet sich eher für welche?
Rezum sticht in diesen Situationen hervor:
- Personen mit einer kleinen bis mittelgroßen Prostata
- Personen, die Sexualfunktion und Ejakulation erhalten möchten
- Personen, die einen ambulanten, schonenden Eingriff bevorzugen
- Patienten, die eine Allgemeinanästhesie vermeiden möchten oder nicht erhalten können
HoLEP sticht in diesen Situationen hervor:
- Personen mit einer großen Prostata (80 ml und mehr)
- Personen, die eine dauerhafte, einmalige endgültige Lösung wünschen
- Personen, die Blutverdünner einnehmen (HoLEP ist hier vorteilhaft)
- Personen mit zusätzlichen Problemen wie Blasensteinen
Wie wird die Entscheidung getroffen?
Die richtige Wahl wird getroffen, indem die Größe Ihrer Prostata, die Schwere Ihrer Beschwerden, Ihre Erwartungen an die Sexualfunktion, Ihre Allgemeingesundheit und Ihre persönlichen Vorlieben gemeinsam beurteilt werden. Uroflowmetrie, PSA, Ultraschall und Untersuchungsbefunde klären diese Entscheidung. Wichtig ist, dass Ihnen die Optionen klar erläutert werden und die Entscheidung gemeinsam getroffen wird.