Ein- oder mehrmaliges Aufwachen aus dem Schlaf, um nachts Wasser zu lassen — medizinisch Nykturie — ist eine Beschwerde, die Männer oft erleben, aber meist als „normalen Teil des Alterns" hinnehmen. Dabei stört die Nykturie die Schlafqualität erheblich, und ihr kann eine behebbare Ursache zugrunde liegen.
Ist die Nykturie nur auf die Prostata zurückzuführen?
Nein — das ist der häufigste Irrtum. Auch wenn die Prostatavergrößerung eine wichtige Ursache ist, hat das nächtliche Wasserlassen viele verschiedene Ursachen:
- Benigne Prostatahyperplasie (BPH): Unvollständige Blasenentleerung und häufiger Harndrang.
- Übermäßige nächtliche Urinproduktion (nächtliche Polyurie): Der Körper produziert nachts mehr Urin als normal — aus Herz-, Nieren- oder hormonellen Gründen.
- Überaktive Blase: Frühe und plötzliche Kontraktion der Blase.
- Schlafstörungen: Zustände wie Schlafapnoe können die nächtliche Urinproduktion erhöhen.
- Lebensstil: Spätabendlicher Konsum von Flüssigkeit, Koffein oder Alkohol.
Deshalb erfordert die richtige Lösung der Nykturie zunächst, die richtige Ursache zu finden.
Einfache Maßnahmen, die Sie zu Hause versuchen können
In manchen Situationen bringen kleine Veränderungen deutlichen Nutzen:
- Reduzieren Sie die Flüssigkeitszufuhr am Abend, besonders 2–3 Stunden vor dem Schlafengehen.
- Beschränken Sie Koffein und Alkohol, besonders am Abend.
- Bei Schwellungen in den Beinen kann das Hochlagern der Beine für eine Weile am späten Nachmittag die nächtliche Urinproduktion verringern.
- Halten Sie Ihre Salzzufuhr im Gleichgewicht.
Einmal in der Nacht aufzustehen ist für die meisten Menschen normal. Doch wenn Sie zweimal oder öfter aufstehen und Ihr Schlaf gestört ist, sollte das abgeklärt werden.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Eine Abklärung ist in folgenden Situationen wichtig:
- Zwei- oder mehrmaliges Aufstehen in der Nacht und die daraus resultierende Schlafunterbrechung
- Häufiges Wasserlassen, schwacher Strahl oder unvollständige Entleerung auch tagsüber
- Blut im Urin oder Brennen beim Wasserlassen
- Beschwerden, die fortschreitend zunehmen
Ein einfacher Fragebogen, ein Urintest, eine Uroflowmetrie und Ultraschall decken die Ursache oft auf. Ist sie prostatabedingt, gibt es wirksame Optionen von Medikamenten bis zu chirurgischen Methoden wie Rezum oder HoLEP.