Einen Nierenstein zu haben, ist ein schwer zu vergessendes Erlebnis. Doch worauf es wirklich ankommt, ist zu verhindern, dass sich nach der Behandlung des Steins ein neuer bildet: Bei Menschen mit einer Steinvorgeschichte ist ein Rückfall über die Jahre recht wahrscheinlich, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Die gute Nachricht ist, dass die Rückfallvorbeugung oft eine Frage der Gewohnheit ist, nicht der Medikamente.
Warum kehrt er wieder?
Steine bilden sich, wenn sich bestimmte Mineralien im Urin konzentrieren und kristallisieren. Je konzentrierter (dunkler) der Urin, desto leichter die Kristallisation. Deshalb ist die häufigste Ursache hinter der Steinbildung einfach: unzureichende Flüssigkeitszufuhr. Ernährungsgewohnheiten, genetische Veranlagung und manche Stoffwechselzustände kommen hinzu.
Die goldene Regel der Vorbeugung: Wasser
Der wirksamste und einfachste Schritt zur Steinvorbeugung ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Ziel ist es, durch das Trinken von 2–3 Litern Flüssigkeit am Tag reichlich hellen Urin auszuscheiden. Ein praktischer Anhaltspunkt: Ist Ihr Urin meist hell strohfarben, ist Ihre Flüssigkeitszufuhr wahrscheinlich ausreichend. Ist er dunkelgelb, sollten Sie mehr Wasser trinken.
- Verteilen Sie das Wasser über den Tag; trinken Sie in regelmäßigen Abständen, nicht alles auf einmal.
- Erhöhen Sie die Menge bei heißem Wetter und wenn Sie schwitzen.
- Trinken Sie auch am Abend etwas Wasser, um nachts keine lange Phase ohne Flüssigkeit zu haben.
Worauf bei der Ernährung achten?
Salz reduzieren
Zu viel Salz erhöht das im Urin ausgeschiedene Kalzium und steigert das Steinrisiko. Verarbeitete Lebensmittel, Instantsuppen, Eingelegtes und zu salzige Snacks sind die Hauptquellen für Salz.
Tierisches Eiweiß ausgleichen
Zu viel rotes Fleisch und tierisches Eiweiß können den Urin für die Steinbildung günstig machen. Eine ausgewogene, gemüsereiche Ernährung ist schützend.
Keine Angst vor Kalzium
Entgegen einem verbreiteten Irrtum ist das Reduzieren des Kalziums, das Sie über die Nahrung aufnehmen, oft schädlich, nicht hilfreich. Der Verzehr einer normalen Menge Milchprodukte kann das Steinrisiko verringern, indem Oxalat im Darm gebunden wird. Kalziumpräparate nur auf ärztlichen Rat verwenden.
Der Kern der Steinvorbeugung ist nicht kompliziert: viel Wasser, wenig Salz, eine ausgewogene Ernährung. Dieses Trio ist der stärkste Schutz für die meisten Patienten.
Die Steinart zu kennen, hilft
Wenn Sie den abgegangenen Stein aufbewahrt haben, ist eine Analyse seiner Zusammensetzung sehr wertvoll. Die Steinart (Kalziumoxalat, Harnsäure usw.) bestimmt die für Sie spezifischen Maßnahmen. Bei wiederkehrenden Steinen deckt die mit Blut- und Urintests durchgeführte metabolische Abklärung die zugrunde liegende Ursache auf, und bei Bedarf wird eine gezielte Medikation geplant.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Zögern Sie nicht bei Symptomen wie starken Flankenschmerzen, Blut im Urin, Fieber oder Unfähigkeit zu urinieren — besonders bei Fieber ist das ein Notfall. Zudem sollten Sie, wenn Sie mehr als einmal einen Stein hatten, unbedingt eine Abklärung zur Rückfallvorbeugung durchführen lassen.