Eine Penisprothese ist eine dauerhafte Lösung, die ins Spiel kommt, wenn eine Erektionsstörung nicht auf Methoden wie Medikamente, Stoßwelle oder Injektionen anspricht. Zum Thema kursieren viele Fragezeichen und Irrtümer; in diesem Artikel erklären wir den Ablauf auf verständliche und ehrliche Weise.
Was ist eine Penisprothese?
Eine Penisprothese ist ein chirurgisch in den Penis eingesetztes Implantat, das eine Erektion auf Abruf ermöglicht. Anders als Medikamente bringt sie eine dauerhafte mechanische Lösung des Problems. Es ist eine seit vielen Jahren angewandte, erprobte Methode mit hoher Patienten- und Partnerzufriedenheit.
Zwei Haupttypen
- Biegsame Prothese: Zwei flexible, in den Penis eingesetzte Stäbe, die sich von Hand formen lassen. Sie ist einfach und leicht anzuwenden.
- Aufblasbare (3-teilige) Prothese: Besteht aus zwei Zylindern im Penis, einer Pumpe im Hodensack und einem Flüssigkeitsreservoir im Bauchbereich. Wird die Pumpe gedrückt, entsteht eine Erektion, und beim Entleeren kehrt der Penis in seinen weichen Zustand zurück. Es ist der dem Natürlichen am nächsten kommende und am meisten bevorzugte Typ.
Für wen ist sie geeignet?
Eine Penisprothese wird meist in Betracht gezogen, nachdem andere Behandlungen versucht wurden. Geeignete Kandidatengruppen:
- Personen, die von Medikamenten (Tabletten), Stoßwelle (ESWT) oder Injektionsbehandlungen nicht ausreichend profitieren
- Personen mit fortgeschrittener Erektionsstörung aufgrund von Diabetes
- Personen, die nach einer Prostatakrebs-Operation eine dauerhafte Erektionsstörung entwickeln
- Personen mit einem schweren Erektionsproblem, das eine Peyronie-Krankheit begleitet
- Personen, die eine dauerhafte und zuverlässige Lösung suchen
Der operative Ablauf
Die Operation erfolgt meist über einen kleinen Schnitt zwischen Penis und Hodensack (penoskrotaler Zugang). So ist die Schnittnarbe fast unsichtbar. Während des Eingriffs werden die Prothesenkomponenten an anatomisch korrekten Stellen platziert. Die Operation dauert meist einige Stunden und erfordert einen kurzen Krankenhausaufenthalt.
Erholung und Anwendung
Schwellung und leichte Schmerzen in den ersten Tagen nach der Operation sind normal und werden mit Schmerzmitteln kontrolliert. Die Rückkehr ins Alltagsleben erfolgt meist innerhalb einiger Wochen. Die aktive Anwendung der Prothese beginnt, nachdem die Gewebe vollständig geheilt sind — meist innerhalb von 4–6 Wochen — mit Zustimmung des Arztes. Wie die aufblasbare Prothese anzuwenden ist, wird bei den Kontrollen ausführlich erklärt.
Eine Penisprothese macht die Sexualität nicht „künstlich"; sie stellt nur die verlorene Funktion wieder her. Empfindung, Orgasmus und Ejakulation bleiben weitgehend erhalten.
Realistische Erwartungen
Ehrlich gesagt ist die richtige Erwartung der halbe Erfolg:
- Empfindung und Orgasmus bleiben erhalten: Die Prothese sorgt nur für Festigkeit; Hautempfindlichkeit, Orgasmus und (falls vorhanden) Ejakulation werden nicht beeinträchtigt.
- Festigkeit auf Abruf: Mit einer aufblasbaren Prothese erreichen Sie eine Erektion, wann immer Sie möchten, und kehren dann in den weichen Zustand zurück.
- Sie ist langlebig: Moderne Prothesen funktionieren viele Jahre problemlos; sie können bei Bedarf ausgetauscht werden.
- Die Zufriedenheit ist hoch: Sowohl Patienten- als auch Partnerzufriedenheit sind bei richtiger Kandidatenauswahl recht hoch.
Gibt es Risiken?
Wie jeder chirurgische Eingriff hat auch eine Penisprothese Risiken — das wichtigste ist die Infektion, doch mit modernen antibiotikabeschichteten Prothesen und sterilen Techniken ist dieses Risiko recht gering. Ein mechanisches Versagen ist selten und lässt sich beheben. Alle Risiken und Vorsichtsmaßnahmen werden vor der Operation offen besprochen.