Eine Zystozele ist das Absinken der Blase nach unten, in Richtung Scheide, infolge einer Schwächung der Beckenbodenmuskulatur und der Stützgewebe. Sie ist mit Geburt, Menopause, Alter und Situationen verbunden, die den Bauchinnendruck erhöhen. Sie ist bei Frauen häufig; während leichte Fälle keine Beschwerden verursachen, können fortgeschrittene die Lebensqualität beeinträchtigen.
Welche Symptome gibt es?
- Ein Gefühl von Fülle, Druck oder „etwas, das absinkt" in der Scheide
- Unbehagen, das nach langem Stehen oder am Ende des Tages zunimmt
- Unfähigkeit, die Blase vollständig zu entleeren, stockendes Wasserlassen
- Urinverlust oder umgekehrt erschwertes Wasserlassen
- Wiederkehrende Harnwegsinfekte
Warum tritt sie auf?
Faktoren, die den Beckenboden schwächen, spielen eine Rolle: Geburt (besonders zahlreiche oder schwierige Entbindungen), vermindertes Östrogen mit der Menopause, Alterung, Übergewicht, chronische Verstopfung, ständiges schweres Heben und ein langanhaltender Husten.
Eine Zystozele ist keine gefährliche Erkrankung; verursacht sie aber Beschwerden, kann sie die Lebensqualität mindern und sich mit der Behandlung deutlich bessern.
Wie wird sie diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt weitgehend durch die Untersuchung; der Grad der Senkung wird beurteilt. Zusätzliche Tests (Ultraschall, Urodynamik) können nötig sein, um die Blasenentleerung und einen begleitenden Urinverlust zu sehen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung wird je nach Grad der Senkung und den Beschwerden geplant:
- Beobachtung: Bei leichten und beschwerdefreien Fällen genügt meist die Beobachtung allein.
- Beckenbodenübungen: Sie stärken die Stützmuskeln; hilfreich in frühen und leichten Fällen.
- Pessar: Ein in die Scheide eingesetztes Gerät, das die Blase stützt; eine wirksame Option bei Patientinnen, die keine Operation wünschen oder nicht dafür geeignet sind.
- Operation: Bei fortgeschrittenen, symptomatischen Fällen werden Operationen durchgeführt, die den Beckenboden reparieren.
In der Menopause kann bei geeigneten Patientinnen lokale Östrogenunterstützung helfen, die Gewebe zu stärken.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Suchen Sie einen Urologen auf, wenn Sie ein Fülle-/Senkungsgefühl in der Scheide, erschwerte Blasenentleerung, Urinverlust oder wiederkehrende Infektionen haben. Eine frühe Abklärung erhöht die Chance, dass einfache Methoden wie Übungen wirken.