Während der gesamten Schwangerschaft treten sowohl hormonelle als auch mechanische Veränderungen im Harntrakt auf. Deshalb ist häufiges Wasserlassen sehr verbreitet und meist normal. Harnwegsinfekte in der Schwangerschaft sind jedoch von besonderer Bedeutung; denn selbst wenn sie keine Symptome verursachen, können sie ein Risiko für Mutter und Kind darstellen.
Warum gibt es in der Schwangerschaft häufiges Wasserlassen?
Hormonelle Veränderungen in der frühen Phase und der Druck der wachsenden Gebärmutter auf die Blase in späteren Wochen führen zu häufigem Wasserlassen. Das ist ein natürlicher Teil der Schwangerschaft und für sich allein (ohne Brennen, Schmerz, Harndrang) meist kein Grund zur Sorge.
Warum ist ein Harnwegsinfekt in der Schwangerschaft wichtig?
In der Schwangerschaft ist der Harntrakt anfälliger für Infektionen. Ein wichtiger Punkt: Manche Infektionen verursachen keine Symptome (asymptomatische Bakteriurie), können aber unbehandelt zu einer Nierenentzündung und Schwangerschaftskomplikationen fortschreiten. Deshalb wird bei Schwangerschaftskontrollen routinemäßig ein Urintest durchgeführt.
Ein Harnwegsinfekt in der Schwangerschaft ist ein Zustand, der auch dann ernst genommen werden muss, wenn er keine Symptome verursacht; deshalb sind routinemäßige Urinkontrollen wichtig.
Symptome, auf die man achten sollte
- Brennen oder Stechen beim Wasserlassen
- Der häufige und dringende Harndrang wird auffällig
- Trübung, Geruch oder Blut im Urin
- Unterbauchschmerzen
- Fieber, Schüttelfrost, Flanken-/Rückenschmerzen — deuten auf einen Nierenbefall hin und erfordern eine dringende Abklärung
Diagnose und Nachsorge
Die Diagnose erfolgt mit einem Urintest und bei Bedarf einer Urinkultur. Wird in der Schwangerschaft eine Infektion festgestellt, wird sie auch ohne Symptome behandelt, und eine Kontrolle nach der Behandlung wird empfohlen.
Behandlung: ein sicherer Ansatz in der Schwangerschaft
Die Infektionsbehandlung in der Schwangerschaft erfolgt mit Antibiotika, die für Mutter und Kind als sicher gelten. Die Wahl des Medikaments muss immer von einem Arzt unter Berücksichtigung der Schwangerschaft getroffen werden; eine Selbstmedikation sollte nicht angewendet werden. Viel zu trinken und den Urin nicht zurückzuhalten, sind unterstützende Maßnahmen.
Vorbeugung
Ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, den Urin nicht lange zurückzuhalten und die Schwangerschaftskontrollen nicht zu versäumen, verringert das Infektionsrisiko. Auch ohne Beschwerden ist es wichtig, die empfohlenen Urinkontrollen durchführen zu lassen.