Ein Hodenhochstand (Kryptorchismus) liegt vor, wenn der Hoden, der vor der Geburt in den Hodensack absteigen sollte, im Leistenkanal oder im Bauchraum verbleibt. Er ist bei männlichen Säuglingen häufig, besonders bei Frühgeborenen. Er ist meist schmerzlos und wird bei der Untersuchung bemerkt; ihn jedoch rechtzeitig zu behandeln, ist wichtig.
Warum ist er wichtig?
Die Hoden brauchen für eine gesunde Spermienproduktion die Umgebung des Hodensacks, die etwas kühler als der Körper ist. Ist ein hochstehender Hoden lange einer hohen Temperatur ausgesetzt, können Spermienproduktion und Fruchtbarkeit später beeinträchtigt werden. Zudem ist ein Hodenhochstand auch mit Situationen wie einem späteren Risiko für Hodenkrebs und einem Leistenbruch verbunden. Deshalb sind Nachsorge und bei Bedarf Behandlung wichtig.
Steigt er von selbst ab?
Der Hoden kann in den ersten Lebensmonaten von selbst absteigen. Nach einem bestimmten Monat nimmt die Wahrscheinlichkeit eines spontanen Abstiegs jedoch ab. Deshalb wird er in den ersten Monaten beobachtet; steigt er nicht ab, wird eine Behandlung geplant.
Beim Hodenhochstand ist das Ziel, den Hoden rechtzeitig im Hodensack zu platzieren, sowohl um seine Funktion zu erhalten als auch um die spätere Untersuchung (Krebsüberwachung) zu erleichtern.
Wie wird er diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt weitgehend durch die Untersuchung; die Lage des Hodens wird beurteilt. Bei nicht tastbaren Hoden (die sich im Bauchraum befinden können) kann eine zusätzliche Bildgebung oder Abklärung nötig sein. Bei manchen Kindern rutscht der Hoden gelegentlich nach oben (ein Pendelhoden); diese Situation muss von einem echten Hodenhochstand unterschieden werden.
Behandlung: Orchiopexie
Die Behandlung des Hodenhochstands ist chirurgisch und wird Orchiopexie genannt: Der Hoden wird in der Leistenregion aufgesucht, in den Hodensack heruntergeholt und fixiert. Sie wird im Allgemeinen nach einem bestimmten Alter (wenn die Erwartung eines spontanen Abstiegs abnimmt) und möglichst früh empfohlen; eine frühe Behandlung bietet einen Vorteil für den Erhalt der Hodenfunktion.
Nachsorge nach der Behandlung
Nach dem Eingriff wird die Entwicklung des Hodens überwacht. Bei Männern mit einem Hodenhochstand in der Vorgeschichte ist die Gewohnheit der Selbstuntersuchung im späteren Alter wichtig — denn sie hat einen Nachsorgewert im Hinblick auf Hodenkrebs.